Windkraftanlagen – Basics

Windkraftanlagen, wie wir sie heute kennen, dienen in erster Linie der Stromerzeugung.
Ihre Geburtsstunde war etwa gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Doch die eigentliche Geschichte der Windenergienutzung geht noch viel weiter zurück und fand ihren Anfang in der bekannten Windmühlentechnik und dem daraus resultierenden Wissen über die Aerodynamik.
Ein Name, der bei der Forschung um Windenergie und seine Nutzung immer wieder auftaucht ist Albert Betz. Er fand heraus, das physikalisch gesehen nur knapp 60% der Windenergie nutzbar sind. Seine Berechnungen sind noch heute die Grundlage für die generelle aerodynamische Auslegung der modernen Windkraftanlagen.
Der Kraftstoff dieser Energie ist zwar der Wind, doch die eigentliche Quelle ist die Sonne. Sie erzeugt Ströme sich bewegender Luft, welche die mechanische Energie beinhaltet.

Seit 1991 und mit dem Inkrafttreten des Stromeinspeisungsgesetzes begann der Aufschwung für diesen bedeutenden Industriezweig in Deutschland. Dabei sorgten alle nun folgenden politischen Rahmenbedingungen für einen regelrechten Boom in der Branche. Die fortlaufende Entwicklung führte im Anschluss zu immer größeren Anlagen, teilweise mit verstellbaren Rotorblättern und variablen Drehzahlen. Das führte natürlich in der Konsequenz ebenfalls zu vielfältigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Betreibern, Investoren, Gegnern und Befürwortern dieser Anlagen.

Die Weiterentwicklung dieser Technologie setzt sich mit dem „Erneuerbare – Energien -Gesetz“ nun weiter fort und Deutschland nimmt auf diesem Gebiet zunehmend eine Vorreiterstellung ein, die noch ausbaufähig zu sein scheint. Das Klima- und Energieprogramm der Bundesregierung geht nämlich noch weiter. Sie strebt an, bis zum Jahr 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion von 25 auf nunmehr 30% zu erhöhen.

Dabei liegen die wesentlichen Vorteile natürlich auch eindeutig auf der Hand. Diese Form der Energiegewinnung benötigt wenig Platz. Die Windkraft ist reichlich vorhanden und sauber, zählt zu den erneuerbaren Energien und ist zudem noch billig. Dem Energieverbraucher sitzt hier mit Sicherheit noch der Ölpreisschock des vergangenen Jahres in den Knochen, was die Freude über die moderne Windenergie nur steigern kann.

Die Windenergie funktioniert grundsätzlich ohne Zuhilfenahme anderer Kraftstoffe.
Im Gegensatz zur konventionellen Energiegewinnung fallen bei der Stromerzeugung durch Windkraftanlagen keine Schadstoffe wie etwa Kohlendioxid, Stickoxide oder Schwefeldioxid an.
Für die Wirtschaft bedeutet das, es gibt keine gesellschaftlichen Folgekosten, zum Beispiel durch die Beseitigung von daraus entstehenden Umweltschäden. Im Gegenteil – mit der eigenen Stromversorgung aus Windenergie wird die Umwelt jährlich mit ca. 200 Tonnen schädlicher Gase weniger belastet.
Durch die Windenergie wird der Bedarf aus anderen Stromerzeugern reduziert, was natürlich das allgemeine Netz entlastet bzw. fachlich ausgedrückt, negativ belastet.

Allerdings gibt es, wie überall, auch einige Nachteile. So ist der Stromlieferant „Wind“ zum Beispiel keine 100% zuverlässige Energiequelle. Selten ist er am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der richtigen Stärke vorhanden. Außerdem lässt er sich nicht speichern. Unter Umständen kann es beim Einsatz von Windkraftanlagen auch zu Störungen von TV- und Kommunikationsanlagen kommen, entweder durch Reflexion oder als direktes Hindernis. Und – last but not least melden Vogelschützer ihre Bedenken an, denn die Tiere könnten unter Umständen von den Rotorblättern getroffen und getötet werden. Ebenfalls eine mehr oder weniger intensive Art der Lärmbelästigung durch die Bewegung der Rotorblätter kann nicht ausgeschlossen werden.

Trotzdem, Windenergie wird in der Zukunft vermutlich auch immer mehr auch in privaten Haushalten genutzt werden und zwar in Form von Kleinwindkraftanlagen. Hierbei wird der Windgenerator auf das Hausdach montiert oder im Garten aufgestellt. Zum Schutz der Vögel empfiehlt es sich, den Generator mit einem Gitter zu versehen. Das ist nur eine kleine aber wirkungsvolle Mühe.