Varianten der Pflanzenöl-Umrüstung: Das PKW-Zweitanksystem

Bei dieser Variante startet der Motor aus einem gesonderten Dieseltank, der Motor wird „warm gefahren“, danach wird er manuell oder automatisch auf den Haupttank, in welchem sich das Pflanzenöl befindet, umgeschaltet und kann den Dauerfahrbetrieb aufnehmen. Der Fahrer ist nach Beendigung der Fahrt dafür verantwortlich eine so genannte Rückspülung durch zu führen, vor allem dann, wenn der Motor für längere Zeit abgestellt wird, das heißt wenn fest steht, dass der Motor auskühlen wird.

Bei modernen „CommonRail“ oder „Pumpe-Düse-Motoren“ werden keine Komponenten, wie zum Beispiel Düsen, die die Verbrennung im Motorraum verändert, ausgetauscht oder umgebaut.

Herausgefunden wurde mit Hilfe der Universität Edinburgh durch diverse Messungen, dass das Sprühbild des Pflanzenöls beim umgerüsteten CommonRail-Motors dem Sprühbild des Dieselkraftstoffes nahezu identisch ist. Hierfür die wichtigste Voraussetzung, der Motor sowie der Kraftstoff müssen die Betriebstemperatur erreicht haben, bei kaltem Kraftstoff sieht das Sprühbild verändert und nicht gleich aus.

Oben wurde der Zweittank, in welchem sich Pflanzenöl befindet, angesprochen, dieser kann ein Volumen von 20 bis 30 Litern aufweisen. Wichtig hierbei, der Zweittank muss bei einer Prüfstelle eingetragen werden, zudem muss die Betankung des Fahrzeuges für die Fahrzeuge mit einer Erstzulassung ab Monat 08 / 2003 von außen möglich sein.

Was genau beinhaltet ein typisches Umrüstungspaket des PKW-Zweitanksystems, beziehungsweise, was muss normalerweise alles verändert werden?

Hierbei werden ein kleiner zweiter Tank, gegebenenfalls Glühkerzen, ein zusätzlicher Kraftstoff-Filter, eine elektrische Kraftstoffpumpe, ein hydraulischer Kraftstoffwärmetauscher, ein Temperaturschalter, ein Umschalter, ein Relais oder Relaissockel, eine Kraftstoff- und Kühlwasserleitung und ein Kabelsatz ausgetauscht oder umgebaut.

Ein Zweitanksystem bietet mehr Vorteile, dies wären einmal die relativ günstige Umrüstung an sich und die danach sehr einfache Wartung. Wissenswert: Nur an den Kraftstoffleitungen und am zweiten Tank werden Veränderungen durchgeführt und eingebaut. Am Motor selbst, wird nichts verändert. Als etwas umständlich beweist sich das Betanken, der Tank befindet sich beim PKW in der so genannten Reserveradmulde, somit wird es durch die ungünstige Stellung ein wenig erschwert. Zudem sollte häufiger eine Wartung durch geführt werden, damit Schäden vorgebeugt werden kann.

Varianten im Bereich Zweitanksysteme:
Unterschieden werden können die
„Oilcontrol V1″, die „Oilcontrol V2″ und die „Fatcontrol V3″.

1.Oilcontrol V1:Es stellt eine sehr einfache Lösung für Maschinen dar, die unter dauernder Last laufen und arbeiten. Hierzu gehören zum Beispiel ein Mähdrescher, ein Häcksler, einige Stationärmotoren, Traktoren und LKWs. Je nach Einspritzsystem (werden weiter unten erklärt) gibt es hierbei noch unterschiedliche Versionen.

2.Oilcontrol V2: Diese Variante ist ausschließlich für Fahrzeuge oder Maschinen gedacht, die sich immer wieder für einige Zeit im Standgasmodus befinden und unter Teillast laufen. Durch das Kraftstoffmanagementsystem, abgekürzt dem FMS, wird der typischerweise auftretende Pflanzenöleintrag stark vermindert. Dies wird möglich, wenn der Motor immer mit einem Kraftstoff oder Kraftstoffgemisch versorgt wird, welches er fortwährend ordentlich verbrennen kann. All dies wird automatisch, bis zum Zeitpunkt des Abstellens, ausgeführt. Sofern gewünscht, besteht ebenfalls die Möglichkeit eine Nachlaufautomatik wie in der Fatcontrol V3 zu integrieren.

3.Fatcontrol V3: Geeignet für den Betrieb mit zum Beispiel Palmfett und tierischen Fetten oder gebrauchten Ölen, welche einen hohen Fettanteil beinhalten. Dieses Derivat stellt sicher, dass der Motor nicht auf Öl oder Fett ausgestellt wird und absolut selbstständig läuft. Interessant: Alle Funktionen der Oilcontrol V2 sind in der Fatcontrol V3 enthalten.