Unterhalt und Pflege von Windkraftanlagen

Unsere modernen Windkraftanlagen sind meist so konzipiert, dass sie mindestens 20 Jahre garantiert zuverlässig arbeiten. Dabei ist der Pflegeaufwand in den ersten fünf Jahren, vorausgesetzt es war eine neue und keine gebrauchte Anlage, sehr gering. Hier genügt in der Regel eine jährliche einfache Schmierung der Zahnräder sowie ein Nachfetten der Generatoren, Gondellager und Rotorblätter.

Ebenfalls die Schraubverbindungen sollten von Zeit zu Zeit kontrolliert und gegebenenfalls nachgezogen werden. Nach Ablauf der ersten fünf Jahre wird der allgemeine Wartungsaufwand dann allmählich etwas höher, doch es fallen dabei keine großen Arbeiten an. Die Wartung des eigenen Autos ist mit 100%ger Sicherheit wesentlich aufwendiger und wohl auch kostenintensiver! Zur Wartung und Pflege der Anlage hat man hier, außer der Inanspruchnahme eines Fachbetriebes oder des Herstellers auch die Möglichkeit, die anfallenden Wartungsarbeiten selbst durchzuführen. Zu diesem Zweck geben viele Hersteller beim Anlagenkauf sogar eine kurze Einleitung und Schulung sowohl für den Selbstaufbau als auch die nachfolgende Wartung.

Moderne Windkraftanlagen arbeiten völlig automatisch und benötigen deshalb keine zusätzliche Beaufsichtigung und haben zudem einen hohen Sicherheitsstandard und Effektivitätsgrad.
Sollte doch einmal eine Reparatur fällig werden, lassen sich die meisten Windräder per Stoppschalter anhalten und die Teile leicht auswechseln. Zu den Verschleißteilen gehören hier unter anderem die Rotorenblätter, die einer ständigen Belastung und Bewegung ausgesetzt sind.

Dabei zeigen schon Erfahrungen an großen Windparks, dass eine perfekte Rotorenpflege Leistungsverluste verhindern und eine lange Funktionssicherheit gewährleisten kann. Dazu gehört unter anderem eine regelmäßige Reinigung der Rotorenblätter. Schließlich verlangen vielschichtige Umwelteinflüsse, hohe Blattspitzengeschwindigkeiten oder auch eine lange Laufzeit diesen bewegten Teilen so einiges ab. Hier können nun Verunreinigungen oder Beschädigungen natürlich auch zu Leistungsverlusten führen. Nach einer von Zeit zu Zeit durchgeführten Säuberung kann man anschließend die Rotorenblätter mit einem Spezialwachs konservieren. Damit wird nicht nur die Oberfläche geschützt, sondern auch nachweislich Frostlaufsprengungen vermieden.

Erfahrungsgemäß kommt es bei der Lebensdauer der eigenen Windkraftanlage und dem dazugehörigen Wartungsaufwand ebenfalls auf den Standort an. Hier haben beispielsweise Anlagen im Küstenbereich weniger Wartungsaufwand zum Energieertrag als etwa Anlagen im Binnenland. Das liegt daran, dass die Windverhältnisse an der Küste günstiger sind und hier die Rotoren oder Flügel ideal angeströmt werden. Die Landschaftsmerkmale im Binnenland können unter Umständen zu so genannten Düseneffekten oder vertikalen Luftströmungen führen, die sich als eher nachteilig herausstellen können. Deshalb sind eine genaue Standortanalyse und eine Windmessung vorab sehr zu empfehlen. Die meisten Windkraftanlagen sind so konstruiert, dass sie Temperaturen zwischen -40°C und + 40°C problemlos aushalten.