Qualitätsstandard für Pflanzenöl

Die DIN 51605 regelt die minimalen Anforderungen, welche ein motorfähiges Pflanzenöl aufweisen sollte. Die Qualität des Rapsöls wird automatisch mit dem Weihenstephaner Standard in Verbindung gebracht. Hintergrund, es sollten für das sehr oft verwendete Rapsöl ein einheitlicher Qualitätsstandard geschaffen werden. Am 23.05.2000 hat der so genannte „LTV-Arbeitskreis Dezentrale Pflanzenölgewinnung Weihenstephan“ einen Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff, auch kurz RK-Qualitätsstandard, definiert. Jedoch wurde dieser Entwurf nach einiger Zeit von der DIN ISO 51605 für Rapsölkraftstoff abgelöst. Es finden sich einige Tabellen, welche diverse Werte zur Definition der Eigenschaften des genormten Rapsöles enthalten.

Durch die Forschungen in diesem Bereich wurde herausgefunden, dass der Volumenverbrauch und die Leistung bei Diesel und Pflanzenöl annähernd gleich ausfallen. Allerdings verbrennt Pflanzenöl ein wenig „weicher“, weil die Verbrennung einfach langsamer vor sich geht.

Allerdings treten ebenso Probleme auf, die Produzenten der Motoren weisen immer wieder auf den Koksrückstand im Motor nach der Verbrennung hin, hierdurch gibt es beinah keine Freigaben für das Pflanzenöl. Des Weiteren kann es zu einer Polymerisation kommen (einer Bildung von festen Klumpen oder andersartigen Verbindungen), welche durch die Vermischung der Additiven des Motoröls mit dem Pflanzenöl entsteht. Vor allem tritt dieses Problem immer dann auf, wenn der Motor nur für kurze Zeit läuft, gemeint ist der so genannten Kurzstreckenbetrieb, zudem wird es durch den unumgänglichen Eintrag von nicht verbranntem Pflanzenöl über die Wand des Zylinders in das Öl des Motors hervorgerufen.

Neben dem Vorteil des positiven biologischen Abbaus des Pflanzenöls, besteht nach wie vor der Nachteil, dass das Pflanzenöl eine relativ schlechte Alterungsbeständigkeit und eine nicht sonderlich gute Lagerfähigkeit aufweist. Hauptprobleme sind der Befall von Bakterien des Pflanzenöls, die Oxidation sowie die Wasseranreicherung, aufgrund dieser Problematik, muss bei der Lagerung des Pflanzenöls unbedingt darauf geachtet werden, dass keine chemischen Reaktionen entstehen, welche das Öl qualitativ verschlechtern würden. Verhindert werden müssen die Schritte der Oxydation, die Hydrolyse, die Polymerisation und der enzymatische Abbau.

Praktisch gesehen bedeutet dies, dass das Pflanzenöl eher dunkel und kühl – die Temperatur schwankend zwischen 5 und 10 Grad Celsius – sowie trocken gelagert werden muss, außerdem darf nur eine geringe Kontaktfläche zum Sauerstoff erfolgen. Die Qualität des Pflanzenöls kann nur dann garantiert werden, sofern die Tanks, Rohrleitungen und Armaturen aus Edelstahl sind – der Stoff darf ebenso keine katalytisch wirkenden Legierungsbestandteile wie zum Beispiel Kupfer aufweisen, möglich wäre auch ein lichtundurchlässiger Kunststoff.

Zusätzlich muss der Tank einen wasserabscheidenden Filter für die Möglichkeit des Be- und Entlüftens beinhalten. Als günstig erweisen sich zum Erhalt des Pflanzenöls die so genannten und typischen Erdtanks, diese erweisen sich durch ihre meist sehr niedrige Lagerungstemperatur als vorteilhaft.

Nicht zu vergessen, die Reinigung der Tanks, dies sollte in regelmäßigen Abständen geschehen, denn die Verunreinigungen würden die Verschlechterung des Pflanzenöls beschleunigen.