Varianten der Pelletheizung

Es gibt mehrere Kriterien, nach denen Pelletheizungen unterschieden werden können: Aufbau der Heizanlage, Befüllung mit Pellets oder auch Art der Feuerung.

Aufbau der Heizanlage
Zunächst muss man zwischen Pellet-Einzelöfen und Pellet-Zentralheizungen unterscheiden. Pellet-Einzelöfen liegen meist im Leistungsbereich von nur 6 bis 8 kW und sind damit geeignet, um einzelne Räume oder Etagen zu heizen. Dagegen leisten Zentralheizungen meist mehr als 8 kW und sind daher für den Betrieb ganzer Ein- oder Zweifamilienhäuser geeignet. Durch Reihenschaltung mehrerer solcher Heizanlagen können auch größere Gebäude beheizt werden. Ein kompakter Wassertaschenkessel mit automatischer Unterschub-Feuerungsanlage und typischer Pelletbefeerung kann in entsprechender Größe sogar ein ganzes Schwimmbad beheizen. In eine Fertiggarage als Pelletlager werden beispielsweise die Pellets eingeblasen und eine ausgereifte Verbrennungsregelung garantiert immer die richtige Wassertemperatur im Bad.

Pellet-Einzelofen
Um nur einzelne Räume zu beheizen, gibt es zahlreiche Pellet-Einzelöfen, die direkt in den Wohnräumen aufgestellt werden.
Solche Pellet-Einzelöfen bestehen aus zwei Teilen, da ist zum einen der Brennraum, in dem die Pellets verbrannt werden, zum anderen ist ein davon abgetrennter Vorratsbehälter nötig, in den die Pellets von Hand eingefüllt werden müssen und von dem sie dann direkt in den Brennraum gelangen. Der Vorrat, im Normalfall etwa 50 kg Pellets, hält je nach Größe und Verbrauch zwischen 24 und 100 Stunden und kann auch während des Brennvorgangs immer wieder problemlos nachgefüllt werden. Den Rest übernimmt der Ofen automatisch. Denn die Pellets werden über eine Förderschnecke in den Brennraum befördert, wo sie schließlich verbrennen.

Pellet-Einzelöfen müssen in der Regel manuell mit Pellets befüllt werden. Normalerweise passt ein Vorrat von ca. 50 kg in den dafür vorgesehenen Behälter. Je nach Verbrauch hält dieser für 24 bis 100 Stunden vor, in starken Heizperioden muss also etwas häufiger nachgefüllt werden. Von Hand kann man die gewünschte Heizleistung einstellen, die dann über einen Thermostat reguliert wird und sich je nach Modell zwischen 2 und 15 kW bewegt. Zu manchen Modellen gibt es auch bequeme Fernbedienungen. Das Verhältnis zwischen Verbrennungsluft, Menge der Pellets und Betriebstemperatur wird auf digital-elektronischem Weg überwacht. Dadurch lässt sich ein sehr hoher Wirkungsgrad des Verbrennungsvorgangs mit geringen Abgaswerten erzielen.

Da diese Einzelöfen meist in Wohnräumen aufgestellt werden, bietet der Fachhandel zahlreiche Modelle in formschönem Design und passend zu jedem Einrichtungsstil an. Da die meisten Öfen ein Sichtfenster haben, durch das man die Verbrennung beobachten kann, muten sie oft sogar wie richtige Kaminöfen an. Allerdings sollte der Raum ausreichend groß sein, um Überhitzung zu vermeiden. Diese Einzelöfen sind reine Luftgeräte, das heißt die Wärmeabgabe erfolgt direkt an die Raumluft, sodass auch diese und damit der ganze Raum erwärmt wird. Sie wärmen den Raum also sowohl durch Strahlungs- als auch durch Konvektionswärme, dadurch wirken sie besonders behaglich und strahlen eine wohlige Atmosphäre aus, die sich unglaublich positiv auf den Wohnkomfort auswirkt.

Pellet-Einzelofen mit Wassertasche (Wasserführender Pelletofen)
Eine Variante zu diesen Öfen, die reine Luftgeräte sind, stellen Pellet-Einzelöfen dar, in denen zusätzlich eine Wassertasche eingebaut ist, durch die sich der Ofen über Rohrleitungen an den Heizwasserkreislauf des Gebäudes anschließen lässt. So kann der Pelletofen gleichzeitig zur Zentralheizung für ein komplettes Gebäude werden und auch das Brauchwasser erhitzen. Bei der Wärmeversorgung als Zentralheizung für mehrere Räume oder gar ein ganzes Haus muss die Wärmeverteilung über einen Wärmetauscher geregelt werden, in dem das Schwelgas seine Energie an das Heizungswasser abgibt.
Meistens sind die Pelletöfen mit Wassertasche so konzipiert, dass etwa 60 bis 80 Prozent der erreichten Heizleistung an den Heizkreislauf gehen und nur der Rest als Strahlungs- und Konvektionswärme an den Raum abgegeben wird, in dem der Ofen steht.

Aufgrund der relativ kleinen Pellet-Vorratsbehälter, die häufig nachgefüllt werden müssen, sind solche kleinen Anlagen als Zentralheizung aber auch nur für kleine Wohnbereiche geeignet, also nur für Etagenwohnungen und kleine Häuser mit wenig Energieverbrauch. Für größere Häuser sind größere Anlagen notwendig, es sei denn man baut eine automatische Befülleinrichtung für die Pellets an. Allerdings wird der Ofen in der Regel nur im Winter beheizt, sodass sich für die Wasererwärmung im Sommer die Kombination mit einer Solaranlage empfiehlt.

Pellet-Zentralheizung
Ein- oder Zweifamilienhäusern können problemlos von einer Pellet-Zentralheizung mit Wärmeenergie versorgt werden. Dafür ist jedoch eher eine größere Anlage notwendig statt nur ein Einzelofen. Sie besteht aus einem Pelletkessel, einem Brennstofflager, der Brennstoffzuführung und evtl. einem Wärmespeicher.

Der Hauptbestandteil der Pellet-Zentralheizung ist der Heizkessel, der die Pellets verbrennt. Die Temperatur des Heizkessels liegt ungefähr bei 55 oder 60 °C. Ähnlich wie bei Gas- und Ölheizung wird dieser Heizkessel über Anschlüsse und Rohre mit dem gesamten Heizungskreislauf des Hauses verbunden, sodass das Wasser genau wie bei herkömmlichen Zentralheizungen zu den Heizkörpern im Haus geleitet wird.

Gesteuert wird die Pelletheizung normalerweise über einen automatischen Zündmechanismus, der die Verbrennung einleitet. Der Verbrennungsvorgang wird elektronisch so geregelt, dass sich das Verhältnis von Verbrennungsluft, Brennstoffmenge und Betriebstemperatur im Optimalbereich befindet, dabei ist auch an eine automatische Nachtabsenkung gedacht.
Die Pellet-Zentralheizung funktioniert entweder halbautomatisch oder vollautomatisch.

Halbautomatische Pelletheizanlage
Halbautomatische Kompaktanlagen haben einen Tages- oder Wochenbehälter für den Pelletvorrat, der entweder manuell oder über ein Saugsystem befüllt wird. Eine Förderschnecke transportiert die Pellets in den Brennraum. Empfehlenswert ist für den Vorratsbehälter ein Volumen von 400 Litern.
Solche halbautomatische Pelletheizanlagen sind eine kostengünstige Alternative zur teureren, weil vollautomatischen Pelletheizung.

Vollautomatische Pelletheizanlage
Die vollautomatische Pelletheizanlage wird durch einen Pellettank je nach Bedarf kontinuierlich mit Pellets versorgt. Die Beschickung erfolgt entweder durch eine Förderschnecke oder über eine Saugaustragung. Die Methode mit der Förderschnecke ist preisgünstiger und eignet sich vor allem, wenn die Heizpellets in unmittelbarer Nähe zur Heizanlage aufbewahrt werden können. Mit dem Saugsystem können dagegen Entfernungen bis zu 20 Meter und auch Höhenunterschiede überwunden werden. Die Pellets werden pneumatisch angezogen. Das Pelletlager sollte dabei so groß sein, dass es nur einmal jährlich aufgefüllt werden muss. Über eine Stokerschnecke, eine weitere Förderschnecke, gelangen die Pellets schließlich ebenfalls vollautomatisch in den Brennraum, wo die elektrische Zündung ausgelöst wird.