Ofenbau

Nichts ist nebensächlich bei der Arbeit am Kachelofen, alles hat seine Bedeutung. Der Arbeitsplatz muss sauber sein, dazu gehört auch das Werkzeug. Die Arbeitsgänge am Kachelofen sollen kurz sein, daher Schamottesteine usw. griffbereit stellen, damit keine langen Arbeitswege vorhanden sind. Vor Beginn der Setzarbeiten nochmals die Prüfung des Schornsteindruckes vornehmen (Kerzenprobe). Folgender Arbeitsablauf sollte eingehalten werden:

Arbeitshinweise zum Ablauf der Setzarbeiten

1. Vor Beginn der Setzarbeiten das Kachelmaterial ausfärben, die Ecken auswinkeln, die Kacheln und Ecken schichtweise nummerieren und zurechtstellen.

2. Anlegen des Ofens unter Berücksichtigung des Wandabstandes und des Sockelüberstandes.

3. Kachelgrundöfen dürfen nicht auf Holzfußböden stehen. Also ein entsprechendes Fundament erstellen. Merke: ein 1 m² Heizfläche beim Kachelgrundofen (schwer) wiegt ca. 230 kg, bzw. ca. 150 kg mittelschwer.

4. Der Kachelmantel muss farblich abgestimmt sein. Fugen zwischen den Kacheln dürfen in den Sichtflächen 0,5 mm und in der zur Wand gekehrten Fläche 1 mm dick sein. Ausgenommen hierbei sind Kachelflächen, die „vollfugig“ versetzt sind, hierbei muss beim Kachelgrundofen beachtet werden, dass diese Fugen max. 0,5 cm betragen sollten. Unebenheiten im Kachelmantel (Überfugen und Kanten) sollten in der Sichtfläche mindestens 1 mm und in den zur Wand gekehrten Flächen plus minus 2,5 mm nicht überschreiten. Kachelmaterial ohne Fase ist an den Sichtkanten sowie von Hand bearbeitetem Kachelmaterial ist der Scherben in der Setz- und Stoßfuge bis auf 6 mm abschlagen.
Die Innenflächen des Kachelmaterials sind auch bei der traditionellen Bauweise vor dem Verarbeiten anzufeuchten und mit verdünntem Lehm- oder Tonmörtel abzureiben. Die Fugen zwischen den Kachelrümpfen sind mit angenässten Zwicksteinen auszufüllen.Die Zwicksteine dürfen nicht über die Kachelrümpfe vorstehen. Der Kachelmantel einschließlich Sims ist an den senkrechten Kachelrümpfen bis zur Oberkante Feuerraumdecke allseitig doppelt und darüber einfach zu verklammern.

Alle Kachelhohlungen sind mit Schamottefuttersteinen auszufüllen. Die Futtersteine müssen mit den Kachelrümpfen bündig sein. Bei Kachelecken ist das Halbteil zuerst auszufüttern. Hohlräume zwischen Kachelblatt und Futterstein sind nicht zulässig. Das Feuergeschränk ist im Kachelmantel haltbar und elastisch dicht einzubauen. Die Feuertür muss so eingebaut sein, dass ihre Dehnung den Kachelmantel nicht beeinträchtigt.

5. Beim Innenausbau bitte auf Sauberkeit achten. Ein unsauberer Innenausbau verursacht Reibungswiderstände. bitte die errechneten Innenausbaumaße einhalten. Für den Innenausbau nur Schamottesteine- oder Platten verwenden. Kalksandsteine usw. gehören nicht in einen Kachelgrundofen. Das Schamottematerial ist grundsätzlich vor der Verarbeitung anzufeuchten, mit Ton- oder Lehmmörtel abzureiben und mit dünner Mörtelfuge an den Kachelmantel anzureiben. Die Fugen sollten zwischen den Steinen im Mittel 5 mm breit sein.

6. Alle Eisenteile so einarbeiten, dass diese sich „dehnen“ können ohne zu treiben.

7. Das Ausfüttern der Kacheln hat eine große Bedeutung für die Speicherfähigkeit des Kachelgrundofens. Lufträume zwischen Kachelblatt und Futterstück dürfen nicht entstehen. Als Futterstücke sollte man nur zugepasste Schamotteplatten mindestens 1,5 bis 2,0 cm Stärke verwenden. Bei Eckkacheln erst das Halbteil und dann das Ganzteil mit Futterstück einplatten.

8. Lange Rauchrohrleitungen sind beim Kachelgrundofen zu vermeiden, da dadurch die Rauchgastemperatur sinkt.

9. Der Kachelgrundofen muss einwandfrei gesäubert dem Kunden übergeben werden, und der Raum, in dem der Ofen steht, sollte frei von Schutt und Schmutz sein.

10. Jeder neu gesetzte Kachelgrundofen sollte unbedingt zur Probe (im Beisein des Kaminbauers) geheizt werden.

Konstruktionsdetail-Erläuterungen

Die Beschaffenheit und die Ausführung der Ofenfundamente ist verschieden, denn es gibt ja verschiedenartige Fußböden und Deckenkonstruktionen. Eines aber müssen alle Fundamente gemeinsam haben: eine ausreichende Tragfähigkeit für die schweren Öfen.

Schwere Öfen und besonders Grundöfen dürfen in keinem Falle auf den Fußboden gesetzt werden. Stets ist die Dielung zu entfernen. Die Last des Ofens kann so durch Ausbohlung (Holzbohlen) oder noch besser durch eine schwingungsfreie Stahlbetonplatte auf die Tragbalken übertragen werden. Für die Ausführung solcher Fundamente gibt es verschiedene Möglichkeiten. Besondere Sorgfalt ist dabei auf die Ausbohlung zu verwenden, das Ausstemmen der Balken muss äußerst gewissenhaft mit scharfem Eisen ausgeführt werden.

Eine aufgelegte Stahlbetonplatte ermöglicht natürlich ein besseres, dauerhaftes Verlegen der Abfliesung zwischen und vor den Sockelkästen. Fliesen auf Holz, und dazu noch in Lehmmörtel verlegt, haben wenig Zweck und sind, da sie sich bald lösen, ein ständiges Ärgernis für die Hausfrau, woran auch eine vorgenagelte Holzleiste nichts ändert. Natürlich sind die Fundamente nicht völlig unabhängig von den Bewegungen der Balkendecke. Besonders bei nicht allzu starken Balken und großen Abständen besteht die Gefahr, dass sich die Öfen senken, dass sie schief stehen, dass das Rauchrohr bricht oder sich aus dem Mauerwerk herauslöst, der Sims abgehoben wird usw.

Das beste Ofenfundament ist daher stets das massive Fundament, das unabhängig von der Balkendecke den Ofen trägt. Man baut solche Ofenfundamente, indem man kurze, stählerne Kragträger in die Wände einmauert und zwischen die Träger Zementdielen schiebt. Bei Wohnungsneubauten mit Holzbalkendecken sollte man im Übrigen aufpassen.