Motorsägenführerschein

Wer benötigt einen Motorsägenführerschein ?
Viele Ofenbesitzer haben Interesse daran, ihr Brennholz im Wald selbst zu beschaffen. Dabei spricht man von der so genannten Brennholz Selbstwerbung. Zur Zerkleinerung des Holzes werden Kettensägen benötigt. Kettensägen sind mit Benzin betriebene Motorsägen mit einem sehr scharfen Zahnriemen, der für das Sägen eingesetzt wird. Solche Kettensägen haben ein hohes Eigengewicht und eine sehr hohe Sägeleistung. Beim ungeübten Anwender können deshalb sehr schnell schlimme Unfälle geschehen. Das ist umso kritischer, als die Arbeiten und Unfälle meist im Wald stattfinden, in für Rettungskräfte unwegsamem Gelände, in dem es auch manchmal kein Handynetz gibt.Zum Schutz der Anwender wurde deshalb in manchen Bundesländern eine Führerscheinpflicht für Motorsägen eingeführt. Wer Kettensägen im öffentlichen Forst nutzen möchte, der ist verpflichtet, einen entsprechenden Kurs zu besuchen und ausreichendes Fachwissen über die Bedienung, Reinigung und Wartung der Maschine, über geeignete Schutzkleidung sowie über das richtige Sägen zu erwerben. Ohne die Vorlage eines solchen Kettensägenführerscheins ist es an vielen Orten nicht mehr möglich, den Zuschlag für ein Waldlos zu erhalten.

Jedoch berechtigt der Besitz eines Motorsägenführerscheins nicht automatisch zum freien Sägen im Wald. Diese Erlaubnis muss unabhängig von der fachlichen Qualifikation eingeholt werden, andernfalls handelt man gesetzwidrig und macht sich strafbar.

Die Kosten
Die Kosten für einen Motorsägenführerschein liegen bei ca 100 bis 300 EUR, je nach Kursdauer und -intensität. Rechnet man noch die Materialkosten für Schutzkleidung und Motorsäge hinzu, so erhält man eine stolze Summe, für die man sich ebenso gut eine ganze Menge Brennholz frei Haus liefern lassen könnte. Die eigene Arbeitszeit einmal nicht mit eingerechnet, die ja zudem noch zu investieren ist.

Einen finanziellen Vorteil kann man durch intensive Brennholznutzung erzielen, wenn das Brennholz zum Heizen und zum Einsparen von Heizöl eingesetzt wird. Dann amortisieren sich die Kosten für den Kurs und die sonstigen Anschaffung in wenigen Jahren. Finanziell lohnenswert ist ein Motorsägenkurs jedoch nicht, wenn man Brennholz für ein gelegentliches gemütliches Kaminfeuerchen benötigt.

Viele Menschen betrachten das Holz machen im Wald jedoch als eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung mit Freunden oder sogar als Fitnesstraining. Hier steht der Spaßfaktor ebenfalls im Vordergrund, so wie bei jedem anderen Hobby auch. In dem Falle wird die finanzielle Amortisation weniger kritisch betrachtet. Die Sicherheit steht im Vordergrund, und es empfiehlt sich dringend, wie bei jedem anderen Hobby auch, in fundiertes Wissen und gute Ausrüstung zu investieren.

Die Voraussetzungen
Nicht Jedermann kann zum Motorsägenkurs zugelassen werden. Die Teilnehmer müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und körperlich und geistig den auf sie zukommenden Aufgaben gewachsen sein. Das Arbeiten im Wald und das Konfektionieren von Holz sind körperlich sehr anstrengend, Holz hat ein sehr hohes Eigengewicht. Auch das Spalten von Holz und das Transportieren in unebenem Gelände erfordert viel Kraft und Kondition. Diese sollte mitbringen, wer sich für einen Motorsägenkurs interessiert. Auch beim späteren Arbeiten im Wald sollte der Motorsägenführer bestimmen, dass keine Kinder oder Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen anwesend sind, für die der Aufenthalt in der Nähe von Sägen zu gefährlich wäre.

Wo gibt es Kurse für den Umgang mit Motorsägen ?
Das Portal „Motorsägenkurs.de“ im Internet bietet eine Suchfunktion an, unter der man unter Eingabe der Postleitzahl Kurse in der eigenen Region finden kann. Auch beim Forstamt, der Stadtverwaltung oder der Feuerwehr kann man solche Informationen bekommen. Häufig hilft auch der Obst- und Gartenbauverein oder der ortsansässige Ofenbauer weiter. Die Kurse werden häufig von TÜV oder DEKRA organisiert, die auch die abschließende Prüfung abnehmen. Der Besuch des Kurses und der Abschluss der Prüfung befähigen jedoch nicht zum gewerblichen Arbeiten mit der Motorsäge.

Schulungsinhalte und Prüfung
Die meist ein- bis zweitätigen Kurse sind in verschiedene Themenschwerpunkte gegliedert:

1. Die Anforderungen zum sicheren Umgang mit einer Motorsäge
– Erläuterung der kompletten Schutzausrüstung und ihrer Funktionen: spezielle Arbeitsjacke in Signalfarben, Arbeitshandschuhe, Schnittschutzhose, Schutzhelm mit Gehörschutz und Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzausrüstung, Verbandsmaterial.

– Verständnis der Motorsäge in allen Einzelheiten und sicherheitstechnischen Details: vibrationsgedämpfte Griffe, Griffheizung, vorderer Handschutz, Kettenbremse, Handschutz am hinteren Griff, Kettenfangbolzen, Krallenanschlag, Gashebelsperre, Kurzschlussschalter, Auspuffabschirmung, Kettenschutz.

– Erläuterung der Gefahren bei der Brennholzwerbung: Herabfallende Äste, Spannung im Holz, Sturz- und Stolpergefahren, Schnittverletzungen mit der Motorsäge.

– Verständnis der Unfallverhütungsvorschrift „Forsten“: nicht alleine arbeiten, Sicherheitsabstände beim Fällen einhalten (doppelte Baumlänge), Beurteilung von Bäumen und Umgebung, Rückweichmöglichkeiten, Rückwegegebot für Fahrzeuge, biologische Abbaubarkeit von Ölen und Kraftstoffen, Schutz von Helfern.

2. Erlernen fachgerechter Fälltechniken im Schwachholzbereich
– Fallkerb, Bruchleiste, Bruchstufe, Fällschnitt, Baum umkeilen

– Die fachgerechte Zufallbringung hängen gebliebener Bäume. Erläuterund damit zusammen hängender Verbote. Lagebeurteilung. Durchtrennung von Bruchleisten. Einsatz von Wendhaken, Seilzug und Seilwinde.

3. Die Verabeitung von liegendem Holz
– liegendes Holz mit der Motorsäge in kleinere Teilstücke zu zersägen. Entlastungsmethoden und Trennschnitte. Spannungsverhältnisse Zug- und Druckseite.

4. Durchführen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Motorsäge
– Wechseln und Spannen der Kette
– Schienenpflege und Luftfilterreinigung
– Wechseln von Zündkerzen
– Fehlersuche, Vergasereinstellungen, Fehler beim Anwerfen
– Kette schärfen

5. Technisches Verständnis der Motorsäge
– Aufbau und Funktion
– Schneidezähne, Verbindungen, Treibglieder, Kettenteilung, Vollmeißel- und Halbmeißelzahnkette

6. Der praktische Teil: Fachgerechter Umgang mit der Motorsäge, Fäll- und Schneidetechniken
– Auswahl geeigneter Motorsägen und Werkzeuge (Spalthammer, Keile, Axt, Wende- und Packhaken, Packzange)
– Starten und Betanken einer Motorsäge, Kraftstoffkunde
– Schneiden am liegenden Holz (Stamm und Krone)
– Sicherer Stand, Entlastungsmethoden
– Fachgerechtes Fällen von Schwachholz
– Techniken um Holz zu spalten (Spalthammer, Keile)

Tipp: Weitere interessante Artikel zum Thema finden Sie beispielsweise bei kettensaegen-expert.de in der Kategorie „Kettensägen Führerschein“ auch werden auf dieser Domain die Kettensägen-Hersteller und deren Qualitätsphilosophien vorgestellt. Beipielhaft wäre hier der Artikel zur  Bosch Kettensäge zu nennen.