Heizen mit Pflanzenöl

Das Heizen mit erneuerbaren Energien gewinnt seit einiger Zeit eine immer größere Bedeutung. Neben dem mittlerweile schon recht verbreiteten Heizen mit Holz, etwa mit einer Holzhackschnitzel- oder einer Pelletheizung, ist auch das Heizen mit Pflanzenöl eine vollwertige Alternative zum Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Erdöl.

Pflanzenölheizungen bieten im Vergleich zu herkömmlichen Ölheizungen entscheidende Vorteile: Sie sind unabhängig von den allmählich zur Neige gehenden fossilen Brennstoffen und heizen um ein Vielfaches ökologischer als die normale Ölheizung. Die Preise für Heizöl sind starken Schwankungen unterworfen, auf lange Sicht wird die Tendenz allerdings nach oben gehen. Schließlich sind die weltweiten Erdölvorräte begrenzt und die Zeichen mehren sich, dass sie allmählich dem Ende zugehen.

Außerdem liegen große Teile der weltweiten Erdölreserven in politischen Spannungsgebieten. Daher kann man keinesfalls davon ausgehen, dass die Versorgung mit Erdöl hierzulande dauerhaft gesichert ist. Die zunehmende Verknappung des weltweit begehrten Rohstoffes dürfte in der Zukunft für weitere politische und wirtschaftliche Spannungen sorgen. Man kann davon ausgehen, dass der Zugang zum Öl künftig immer heißer umkämpft sein wird. Gerade in diesem Zusammenhang ist eine vom Erdöl unabhängige Versorgung mit Heizenergie von steigender Bedeutung. Schließlich möchte man nicht im Winter im Kalten sitzen, weil die Erdöl exportierenden Länder aus politischen oder wirtschaftlichen Erwägungen heraus plötzlich den Ölhahn zudrehen oder weil der Transport durch die Transfer-Länder aus irgendwelchen Gründen unterbrochen wird. Ähnliches war schließlich kürzlich beim Erdgas zu beobachten, als Russland und die Ukraine eine Auseinandersetzung über Preise und Transfergebühren führten und weite Teile Südeuropas plötzlich ohne Erdgas dastanden.

Im Gegensatz zu Heizöl kann Pflanzenöl im Grunde überall produziert werden, wo Ackerland vorhanden ist und seine Verfügbarkeit lässt sich damit wesentlich leichter sicherstellen als die des Heizöls. Wer sich von der Abhängigkeit von den großen Ölfördernationen lösen möchte, sollte beim Heizen also besser auf überall verfügbare und regenerative Energien wie das Pflanzenöl setzen.

Auch wenn die Preise für Heizöl noch zeitweise unter denen für die verschiedenen Pflanzenöle liegen mögen, kann davon ausgegangen werden, dass das Heizen mit Pflanzenöl auf lange Sicht die deutlich kostengünstigere Alternative sein wird. Schon aus diesem Grund ist der Einbau einer Pflanzenölheizung oder die Umrüstung der bestehenden Heizung sicherlich eine Überlegung wert. Durch eine Umstellung auf eine moderne Heizungsanlage lässt sich zudem der bisherige Verbrauch deutlich senken, was eine zusätzliche Ersparnis von Brennstoffen und damit auch eine Reduzierung der Heizkosten bedeutet.

Auch der ökologische Nutzen einer Pflanzenölheizung sollte nicht unterschätzt werden. Das Heizen mit Pflanzenöl geschieht CO2-neutral und ist damit äußerst klimafreundlich. Das CO2, das beim Verheizen des Öls freigesetzt wird entspricht genau der Menge, die die Ölpflanze im Laufe ihres Pflanzenlebens aus der Luft entnommen und mittels Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt hat. Auch die Abgaswerte liegen beim Heizen mit Pflanzenöl deutlich unter den Werten des konventionellen Heizöls. So setzen Pflanzenölheizungen weit weniger Schwefel und Stickoxide frei, als herkömmliche Ölheizungen.
Entscheidet man sich für das Heizen mit wohnortnah produziertem Pflanzenöl wie beispielsweise Raps- oder Sonnenblumenöl, das auch hierzulande hergestellt wird, verringert sich auch die Menge der beim Transport freigesetzten Schadstoffe und Klimagase. Ansonsten brach liegende Äcker können zur Anpflanzung von Ölpflanzen genutzt werden und der Anbau bietet heimischen Bauern eine wichtige, wirtschaftliche Grundlage. Ein weiterer Vorteil aus ökologischer Sicht ist, dass Pflanzenöl die Umwelt nicht mit Schadstoffen belastet und sie auch bei einer versehentlichen Freisetzung nicht schädigt. Pflanzenöl trägt nicht zur Gewässerverschmutzung bei und auch das Grundwasser bleibt sauber und unbelastet.

Schwerwiegende Umweltverschmutzungen oder gar Umweltkatastrophen, die beispielsweise bei Unfällen mit Öltankern fast immer die Folge sind, können mit Pflanzenöl nicht passieren. Pflanzenöl lässt sich also völlig unbedenklich transportieren und lagern.

Außerdem wird Erdöl nicht nur als Heiz- und Kraftstoff eingesetzt. Es kommt in vielen, bedeutenden Anwendungsbereichen zum Einsatz und ist bei der Herstellung der meisten Kunststoffe, aber beispielsweise auch bei der Herstellung von vielen Medikamenten bisher unverzichtbar. Wer mit Pflanzenöl heizt, trägt effektiv dazu bei, die immer knapper werdenden Erdölressourcen zu schonen, damit sie für wichtige Einsatzbereiche genutzt werden können, in denen Erdöl zumindest bis heute nicht adäquat ersetzt werden kann.