Gewerbeanmeldung Solaranlage

Wer sich mit dem Gedanken trägt in eine Solaranlage zu investieren sollte vorher wichtige Punkte beachten.

Wo soll die Anlage stehen?
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für eine Solaranlage. Sei es auf dem Hausdach, auf dem Car-Port, oder eine Freilandfläche, es gibt vielfältige Möglichkeiten. Die Wahl hängt dann meistens von der zur Verfügung stehender Fläche und dem Standort ab. Wobei selbstverständlich die Südseite zu bevorzugen ist.

Was will ich mit meiner Solaranlage erreichen?
Als zukünftiger Besitzer muss ich mir klar werden ob ich den gewonnenen Strom rein privat nutze, diesen komplett verkaufen möchte, oder eine Lösung zwischen beiden bevorzuge.

Wird der gewonnene Strom rein privat genutzt ist keine Gewerbeanmeldung erforderlich. Wenn der Strom aus der eigenen Anlage nicht mehr reicht wird zusätzlicher Strom vom Netzbetreiber genommen und bezahlt.
Wenn der gewonnene Strom an den Netzbetreiber verkauft wird, bekommt man durch diesen eine Einspeisevergütung. Möchte der Solarstromanlagenbetreiber damit seine Kosten decken ist eine Vorsteuerabzugserklärung beim Finanzamt notwendig. Erst wenn eine Gewinnabsicht mit der Erzeugung des Stromes dahinter steht ist eine Gewerbeanmeldung notwendig.

Im Klartext heißt dies:
Sobald regelmäßig über 50 % des erzeugten Stromes in das Netz des örtlichen Betreibers eingespeist werden, muss beim Finanzamt ein Antrag für die Vorsteuerabzugsberechtigung abgegeben werden. Der Besitzer einer Solaranlage zählt jetzt als Unternehmer und kann somit die selbst gezahlte Umsatzsteuer vom Kauf der Anlage und von den Wartungskosten vom Finanzamt zurück bekommen.
Durch den Netzbetreiber erhält der Besitzer die Einspeisevergütung mit Umsatzsteuer. Diese muss wiederum an das Finanzamt abgeführt werden. Informieren Sie ihren Netzbetreiber über Ihre Vorsteuerabzugsberechtigung. So gehen Sie sicher das die Einspeisevergütung mit Mehrwertsteuer gezahlt wird. In der Vorsteueranmeldung werden dann die Einnahmen und Ausgaben gegen gerechnet. Hier sollte ein Minus für den Betreiber herauskommen, um etwas vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Wer eine Gewinnabsicht mit dem selbst erzeugten Strom verfolgt, wird vom Finanzamt als gewerblich tätig angesehen, und braucht somit eine Gewerbeanmeldung. Das Finanzamt rechnet hier mit dem Totalgewinn. Das heißt es wird die Summe der in 20 Jahren Betriebsdauer erwirtschafteten Stromes genommen. Die Einnahmen des verkauften Stromes müssen höher sein, als die Summe der Ausgaben. Berechnet werde kann das durch die Größe der Anlage, dem Standort und die Einspeisevergütung. Dafür können folgende tatsächlich anfallende Kosten gegen gerechnet werden: Planungskosten, Anschaffungskosten, Kreditzinsen, oder Versicherungskosten. In der Einkommenssteuererklärung muss durch das Gewerbe eine Gewinnermittlung durchgeführt werden.
Wird kein Gewinn erzielt, fällt die Gewinn- und Verlustrechnung in der Einkommenssteuererklärung weg.

Folgende Schritte sollten demnach bei dem Kauf einer Solaranlage berücksichtig werden.
1. Wie groß wird meine Anlage sein, und kann ich damit Gewinn erwirtschaften? Möchte ich überhaupt Gewinne?
2. Welche Finanzierung bringt mir Vorteile hinsichtlich des Gewinnes, welche nicht?
3. Wenn Gewinn vorliegt Gewerbe anmelden. Ansonsten reicht nach Inbetriebnahme die Abgabe der Vorsteuerabzugsberichtigung mit allen originalen Rechnungen
5. Bei der Anmeldung an die Bundesnetzagentur dem Netzbetreiber mitteilen das man Vorsteuerabzugsfähig ist

Um sicher zu gehen, kontaktieren Sie einen Steuerfachmann ihres Vertrauens. Durch ihre persönlichen Einkommensbedingungen kann dieser am Besten die Vor- und Nachteile, beim Kauf einer Solaranlage, abschätzen.