Welche Förderungen sind bei Solarkollektoren möglich?

Die finanzielle Förderung der Solarkollektoranlagen ist bundesweit in den einzelnen Bundesländern und darüber hinaus kommunal bedingt unterschiedlich geregelt.

Insgesamt können Solarfachbetriebe hier gute Information über aktuelle Förderprogramme geben. Oft bieten Banken auch gerade für die Solarkollektoranlage besonders günstige Finanzierungsmöglichkeiten an. Unabhängig davon ist ein Antrag grundsätzlich innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten nach Herstellung der Bereitschaft der Solaranlage zu stellen. Sämtliche Vorhaben, die seit dem 16. Oktober 2006 begonnen wurden – also durch den Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages belegt werden können – oder die zum Antragszeitpunkt bereits fertiggestellt sind. Die Investition muss also nicht abgewartet werden, bis der Antrag gestellt oder gar beschieden ist. Empfehlenswert ist es, dass Antragsteller sich bereits im Vorfeld informieren, ob eine Voraussetzung für die Förderung gemäß den Förderrichtlinien überhaupt erfüllt wird.

Für die Antragstellung ist die Verwendung eines aktuellen Antragsformulars und das Formular der Fachunternehmerklärung zu wählen. Veraltete Formulare dürfen in keinem Fall verwendet werden. Folgende Unterlagen müssen dem Antrag beigelegt werden, um eine Bearbeitung zu ermöglichen. Der Förderantrag, der auf einem vorgeschriebenen Formular gestellt wird. Weiterhin ist die Fachunternehmererklärung, ebenfalls auf einem aktuellen Formular, erforderlich. Letztlich gehört zum kompletten Antrag unbedingt die Kopie der Rechnung für die komplette Errichtung der Solarkollektorenanlage. Eine Basisförderung von Solarkollektorenanlagen ist bei Anlagen für die Warmwasserbereitung möglich. Die Erstinstallation der Anlage zur Warmwasserbereitung bis zu 40 qm Kollektorfläche sieht eine Basisförderung von 60 Euro je angefangenem qm vor, dabei jedoch mindestens 410 Euro pro Anlage. Weiterhin ist die Basisförderung für kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, die Prozesswärmebereitstellung sowie die solare Kühlung möglich. Die Erstinstallation sieht hier eine Förderung von Anlageflächen bis zu 40 qm mit 105 Euro je qm Kollektorfläche vor. Mehr als 40 qm Kollektorfläche, die auf Ein- und Zweifamilienhäusern für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ein Pufferspeichervolumen von mindestens 100 l je qm sieht für die ersten 40 qm 105 Euro je qm Kollektorfläche vor und für die weiteren qm 45 Euro je angefangenem qm.

Die Erweiterung der Solarkollektoranlage, die bereits in Betrieb ist, und bis zu 40 qm erweitert wird, sieht eine Förderung von 45 Euro für jeden zusätzlichen qm Kollektorfläche vor. Wer besonders innovative oder effiziente Solarkollektoranlagen einbauen lässt, kann mit einer Basisförderung und einer nachfolgenden Bonusförderung rechnen.

Wird zusätzlich ein betriebener Heizkessel ohne Brennwerttechnik wie zum Beispiel Öl oder Gas durch einen neuen Brennwertkessen gemäß Energiesparverordnung mit Öl oder Gas als Brennstoff ersetzt, besteht ein Kesseltauschbonus. Der Kesseltauschbonus ist aktuell bis zum 31.12.2009 befristet. Wichtig zu wissen ist, dass der Kesseltauschbonus nur in Verbindung mit der Errichtung einer Solarkollektoranlage beansprucht werden kann. Ein ausschließlicher Kesseltausch ist in diesem Rahmen selbstverständlich nicht förderfähig. Weiterhin muss der Zeitraum zwischen der Betriebsbereitschaft der Solarkollektorenanlage und des Kesseltausches weniger als sechs Monate betragen. Die Antragstellung muss innerhalb dieses Zeitraumes erfolgen.

Der regenerative Kombinationsbonus kann zusätzlich zur Basisförderung beantragt werden, wenn zusätzlich eine förderfähige Biomasseanlage oder aber eine förderfähige Wärmepumpenanlage errichtet wird. In diesem Fall kann der Bonus bei 750 Euro liegen. Auch hier muss ein maximaler Zeitrahmen von sechs Monaten zwischen der Betriebsbereitschaft der Solaranlage und der Biomasse- oder Wärmepumpenanlageinstallation liegen. Beide Maßnahmen müssen separat beantragt werden.

Wird die Errichtung einer Solarkollektoranlage kombiniert mit der Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, kann ein Effizienzbonus gewährt werden. Dies ist auch bei der Erstinstallation der Solarkollektoranlage mit mehr als 40 qm Kollektorfläche auf Ein- oder Zweifamilienhäusern zur kombinierten Warmwasserbereitung sowie der Heizungsunterstützung mit Pufferspeichervolumen von mindestens 100 l pro qm möglich. Bedingung ist, dass die Solaranlage auf einer Immobilie erreichtet wird, die einen geringen Primärenergiebedarf hat und dass dies durch den Energiebedarfsausweis auch nachgewiesen werden kann.

Weiterhin ist ein Bonus für besonders effiziente Solarkollektoren möglich. Eine besonders effiziente Solarkollektorpumpe kann einen Bonus von 50 Euro mit sich bringen. Besonders effizient ist die Solarkollektorpumpe per Definition dann, wenn sie in permanent erregter EC-Motorbauweise läuft. Der Bonus hierfür muss mit dem Förderantrag für die Solarkollektoranlage beantragt werden. Die Solarkollektorpumpe bzw. ihr Einbau muss durch eine Rechnung einer Fachfirma nachgewiesen werden und darüber hinaus in der Fachunternehmererklärung aufgeführt werden.

Auch ein Bonus für eine besonders effiziente Umwälzpumpe ist möglich und wird dann fällig, wenn gleichzeitig mit dem Einbau der förderfähigen Solarkollektoranlage die besonders effiziente Umwälzpumpe mit eingebaut wird. So kann für jeden Heizungsanlage ein Bonus von 200 Euro beantragt werden. Bedingung ist, dass die Umwälzpumpe Bestandteil des hydraulisch und regeltechnisch optimierten Heizungssystem ist, das zudem mit voreinstellbaren Thermostatventilen sowohl an Heizkörpern und unter Umständen auch mit zusätzlichen weiteren Abgleicharmaturen ausgestattet sein muss. Das Energielabel Klasse A der Pumpenhersteller und der Nachweis gemäß VOB/C-DIN 18380 ist für die Beantragung mit dem Formular der Fachunternehmererklärung einzureichen. Der Bonus muss mit der Fördermaßnahme für die Solaranlage beantragt werden. Per Rechnung durch die Fachfirma ist der Einbau der besonders effizienten Umwälzpumpe zu erbringen und entsprechend in der Fachunternehmererklärung aufzuführen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gibt genauere Informationen über das Fördermaßnahmenprogramm im Einzelfall.