Die Pflege und Wartung bei einer Pflanzenölanlage

Prinzipiell stellt sich die Frage, ob eine Umrüstung am täglichen Fahrbetrieb überhaupt etwas verändert. Die Leistung sowie der Verbrauch sind mit Diesel und Pflanzenöl annähernd gleich, nicht so beim Biodiesel, dieser weist einen geringeren Energiewert auf – somit entsteht auch ein höherer Kraftstoffverbrauch. Nach Umrüstung sollte auf jeden Fall beachtet werden, dass ein Nachspülen der Düsen mit Dieselkraftstoff bei einem Zweitanksystem vor längerem Stillstand erforderlich ist, sowie bei einem Eintanksystem das Zutanken von Dieselkraftstoff bei Minustemperaturen.
Nach dem Umbau für Pflanzenöl verkürzen sich die Ölwechselintervalle – abhängig von Typ, dem Umrüstbausatz und Variante, hierzu kann der Betrieb, welcher die Umrüstung durchführt, genauere Informationen preis geben.

Eine Wartung muss nach der Umrüstung in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Im Vordergrund einer jeden Pflanzenölumrüstung steht ganz klar, eine minimale Veränderung am Fahrzeug und Motor vorzunehmen, um aus servicetechnischen Gründen das Fahrzeug so nah wie möglich den Auflagen des Serienfahrzeuges entsprechen zu lassen. Sofern dies bei der Umrüstung bedacht wurde, kann eine Wartung von dem bereits vertrauten Wartungsbetrieb durchgeführt werden. Über weitere und neue Servicestrukturen wird der Verbraucher stets bei Fahrzeugübergabe nach der Pflanzenölumrüstung über das Personal informiert, natürlich erhält der Kunde dies auch schriftlich in einer beigelegten Dokumentation (erfolgt bei einem zuverlässigen und professionellen Betrieb!)

Selbstverständlich interessiert es den Verbraucher auch, ob das bereits umgerüstete Fahrzeug in Notfällen auch mit Dieselkraftstoff gefahren werden kann. Diese Situation kann beispielsweise eintreten, sofern keine Tankstelle gefunden wird, welche Pflanzenöl vertreibt. Diese Frage kann durchaus mit einem „Ja“ beantwortet werden, denn der Dieselkraftstoff kann auch nach der Umrüstung in jedem Mischverhältnis nachgetankt werden, in spezifischen Situationen auch zu 100 Prozent. Das Mischverhältnis wirkt sich absolut nicht negativ auf die Leistung und den Verbrauch aus, da – wie oben bereits erwähnt – das Verhältnis der beiden Kraftstoffarten relativ gleich sind.
Sofern das umgerüstete Fahrzeug nach einiger Zeit und aus diversen Gründen, nur noch mit Dieselkraftstoff betrieben wird, so empfiehlt sich den so genannten Wärmetauscher zu deaktivieren. Dieser erwärmt normalerweise das Pflanzenöl, Dieselkraftstoff muss aber nicht erwärmt werden und somit kann ein überflüssiger Schritt vermieden werden.

Die Leistung, der Verbrauch und Verschleiß:
Natürlich möchte der Verbraucher darüber informiert werden, wie sich die einzelnen Teile nach der Umrüstung auf Pflanzenöl verhalten, ob das Pflanzenöl den Verschleiß beeinflusst und wie sich das Öl auf die gesamte Leistung des Fahrzeuges auswirkt. Selbstverständlich hängt dies in jeweiligen Fällen von Modell und Typ des Fahrzeuges ab, prinzipiell kann allerdings behauptet werden, dass die Motorleistung voll erhalten bleibt. Zudem, dass der Verbrauch von Pflanzenöl gleich oder sogar geringer ausfällt. Bezüglich der Einspritzpumpe, durch Pflanzenöl kommt es zu einer höheren Schmierfähigkeit, was sich vorteilhaft auf die Lebensdauer der Pumpe auswirkt. Ein weiterer Vorteil von Pflanzenöl gestaltet sich in dem ruhigeren Motorlauf.
Allgemein kann in Bezug auf diesen Bereich bestätigt werden, dass es zu einem geringeren Verschleiß, als bei normalen Motoren kommt. Zu Schäden kommt es, sofern das Pflanzenöl Dreck beinhaltet, dieser nicht verbrannt wird und sich als Ablagerung an den Wänden des Motors beziehungsweise des Tankes fest setzt.

Nachteile bei Pflanzenölumrüstungen im Bereich der Pflege und Wartung:
Im Gegensatz zu fossilen Kraftstoffen ist Pflanzenöl ein so genannter kompressibler Kraftstoff (stauchbar), das Pflanzenöl nimmt bei der Betankung sehr viel Luft mit auf und schließt es ein. Dieses Luftgemisch beeinflusst die Düsennadeln und es kann zu erhöhten dynamischen Wechselwirkungsbelastungen kommen. Dies hat zur Folge, dass nach einer gewissen Zeit ein erhöhter Verschleiß des Aggregates auftreten kann, zudem eine Verringerung der Lebensdauer des Selben Teils.
Glücklicherweise bestehen für dieses Problem auch Gegenmaßnahmen, welche extra hierfür entwickelt wurden. Im ersten Schritt wird auf chemischem Weg durch Zugabe eines Basisadditives die vorhandene Luft im Pflanzenöl entfernt, der zweite Schritt beinhaltet die Entgasung des Pflanzenöls im laufenden Betrieb durch eine Vorlauf- und Rücklauftrennung. Es wird gewährleistet, dass somit oben beschriebenes Problem nicht mehr auf tritt.