Brennholz aus Polen und Tschechien?

Nicht zuletzt auf Grund der massiven Preisschwankungen, die den Bezug von Öl und Gas als Brennstoff immer unkalkulierbarer machen und nicht selten mit deutlichen Teuerungen einher gehen, sind im Laufe der letzten Jahre immer mehr Menschen auf das Heizen mit Brennholz umgestiegen oder dazu übergegangen, ergänzend mit Brennholz zu heizen. Diese Entwicklung hat zu einem sprunghaften Anstieg des Brennholzbedarfs geführt.

Eine Verknappung und damit eine deutliche Verteuerung des heimischen Brennholzes ist die Folge. Während der Brennholzhandel bis vor einigen Jahren nur einen vergleichsweise geringen Anteil an der Holzwirtschaft hatte, ist er mittlerweile zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor angestiegen. Die steigenden Umsatzzahlen im Brennholzhandel haben zu einem regelrechten Preiskrieg auf dem Holzmarkt geführt. Für Restholz werden heute von Brennholzhändlern zum Teil höhere Preise gezahlt, als üblicherweise für das hochwertigere Industrieholz erzielt werden. Während früher geschlagenes Holz grundsätzlich einer eindeutigen Selektion in verschiedene Güteklassen für die unterschiedlichen Anwendungszwecke unterworfen wurde, werden heutzutage zahlreiche Forststücke ausschließlich zur Brennholzgewinnung eingeschlagen.

Der Wettbewerb ums Holz wirkt sich natürlich auch deutlich auf die Preise aus, die Endverbraucher für ihr Brennholz zahlen müssen. Die Nachfrage nach Brennholz ist ungebrochen hoch und wird in den nächsten Jahren einen weiteren Anstieg zu verzeichnen haben. Ähnliches gilt allerdings auch für die Brennholzpreise.
Kaufte man bisher sein Brennholz vornehmlich beim nächstgelegenen Brennholzhändler oder direkt beim Förster, so richtet sich der Blick verständlicherweise immer häufiger ins Ausland.

Vor allem im osteuropäischen Raum ist Brennholz noch keiner Verknappung unterworfen und deutlich preisgünstiger zu erhalten als das Holz aus den heimischen Wäldern. Tschechisches und polnisches Brennholz wird zum Teil 40 bis 60 Prozent preiswerter angeboten als deutsches Holz. Die größere Verfügbarkeit von Brennholz ist nur ein Grund für die niedrigen Preise. Die Bestimmungen sind meist weniger rigide, als in Deutschland, sodass hier nicht selten rücksichtsloser abgeholzt wird. Aus ökologischer Sicht ist der Brennholzbezug vor allem aus Osteuropa daher durchaus kritisch zu betrachten. Ein weiterer bedeutender Faktor sind die niedrigeren Produktionspreise, die hauptsächlich darin begründet sind, dass in Osteuropa deutlich geringere Löhne gezahlt werden, als in Deutschland.

Viele Brennholzhändler beziehen auf Grund der niedrigeren Preise mittlerweile Holz aus dem benachbarten Ausland. Aber auch private Käufer haben durchaus die Möglichkeit, von den günstigen Preisen der EU-Nachbarländer zu profitieren und ihr Brennholz direkt von dort zu beziehen.

Kriterien
Zieht man den Kauf von Brennholz aus den EU-Nachbarländern in Erwägung, gibt es Einiges zu beachten. So kann die Qualität des osteuropäischen Holzes deutlich schwanken. Auch kursieren immer wieder Gerüchte über chemische Verunreinigungen des Brennholzes tschechischer oder polnischer Herkunft. Ob man diesen Gerüchten Glauben schenken sollte, ist zwar umstritten, unstrittig sind jedoch die oft erheblichen Unterschiede in der Brennholzqualität. Daher ist es wichtig, einen Brennholzverkäufer zu finden, der einen vertrauenserweckenden Eindruck macht und der tatsächlich hochwertige Ware liefert.

Am ehesten lohnt sich der Kauf ausländischen Brennholzes, wenn man selbst in Grenznähe zum Nachbarland wohnt, aus dem das Holz bezogen werden soll. Hier sind nicht nur die Transportkosten deutlich niedriger, es besteht auch meist die Möglichkeit, das Holz selbst abzuholen und damit Kosten zu sparen. Zudem lässt sich durch die örtliche Nähe auch leichter ein Brennholzverkäufer finden, der qualitativ hochwertige Ware liefert.

Wer weiter vom jeweiligen Nachbarland entfernt wohnt, kann sich im Internet auf die Suche nach seriösen Händlern machen. Nicht selten werden auf deren Internetseiten Referenzen zufriedener Kunden angegeben. Wer darauf nicht vertrauen mag, kann sich beispielsweise in Foren, die sich mit dem Thema Brennholz beschäftigen, nach seriösen Händlern erkundigen. Besonderes Augenmerk sollte bei Internetbestellungen natürlich auf Lieferbedingungen und Transportkosten gerichtet werden. Da die Kosten sich meist auch nach der Entfernung richten, kann eine Brennholzlieferung aus dem Ausland letztendlich auch teurer sein als der Bezug beim örtlichen Händler.
Wer in der Nähe der französischen Grenze wohnt, kann sein Brennholz auch aus Frankreich beziehen. Im Gegensatz zu tschechischem oder polnischem Brennholz ist Brennholz aus Frankreich zwar vergleichsweise teuer. Doch auf Grund der im Vergleich zu Deutschland größeren Verfügbarkeit ist es immer noch preiswerter als das heimische Holz.

Umschau
Das Internet bietet eine Fülle von Informationen zum Thema Brennholz. Die Seite Hausgarten.net bietet beispielsweise Informationen zum Brennholzkauf in Tschechien und Polen (http://www.hausgarten.net/garten-im-winter/brennholz/brennholz-aus-tschechien.html , http://www.hausgarten.net/garten-im-winter/brennholz/brennholz-aus-polen.html) Auch einige Direktanbieter wie etwa www.brennholz.cz präsentieren ihr Angebot im Netz. Angebote findet man auch in den Internetauktionshäusern, wobei hier natürlich besonders schwer festzustellen ist, ob es sich um seriöse Anbieter handelt. Auch in Holzbörsen wie etwa www.die-holzboerse.de findet man immer wieder Angebote für ausländisches Brennholz.
Wichtige Informationen kann das Brennholz-Forum (www.brennholz-forum.de) liefern.

Kosten und Beschaffung
Die Transportkosten für Brennholz aus dem Ausland können beträchtlich sein. Zur Senkung bietet sich zum Einen die Selbstabholung an, die aber im Vorfeld finanziell durchkalkuliert werden sollte. Zum anderen lassen sich durch die Bildung von Einkaufsgemeinschaften die Preise deutlich senken. So kann man sich einerseits die Transportkosten teilen und andererseits ist die Abnahme großer Mengen üblicherweise mit Preissenkungen verbunden, sodass man gleich doppelt spart.

Fazit
Richtig lohnend ist der Brennholzkauf in EU-Nachbarländern für Bewohner der Grenzgebiete, die wegen der kurzen Transportwege voll von den niedrigen Preisen profitieren können. Aber auch für Einkaufsgemeinschaften, die nicht direkt an der Grenze wohnen, ist der Kauf von Brennholz aus den Nachbarländern durchaus eine Überlegung wert.