Die Beschaffung von Brennholz

Zu Zeiten unserer Vorfahren zog man mit einem Karren in den Wald, um Holz zu sammeln. Dies ist heute leider nicht mehr erlaubt, sondern per gesetzlicher Regelung untersagt. Wer unerlaubt Holz aus dem Wald entfernt, der macht sich strafbar, selbst dann, wenn es sich um herum liegendes Bruchholz handelt. Das unerlaubte Fällen eines Baumes kann mit einer Geldstrafe von mehreren Tausend EUR bis hin zu einer Vorbestrafung geahndet werden. Auch hier gilt übrigens: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Doch für den legalen Bezug von Brennholz gibt es einige – unter Umständen sogar sehr bequeme – Alternativen:

Bestellung von Brennholz beim Lieferanten
Lieferanten für Brennholz findet man in der Tageszeitung, in den Gelben Seiten oder mittels Internetsuche. Auch Heizöllieferanten und Kaminbauer haben häufig Brennholz im Angebot, allerdings liegen deren Preise meist etwas über dem Durchschnitt, da sie als Mittler auftreten und ihre Provision auf den Preis aufrechnen. Die handelsübliche Menge für Brennholz ist der Raummeter oder Schüttraummeter. Diesen muss man sich als einen Metallkorbwürfel mit einer Kantenlänge von einem Meter vorstellen. In diesen Kubikmeter Raum werden die brennfertig konfektionierten Holzstücke nun einfach hineingeschüttet. Im Unterschied zum Schüttraummeter gibt es den tatsächlichen Kubikmeter Holz im Angebot, bei dem auf der identischen Fläche das Holz säuberlich gestapelt wird. Der tatsächliche Kubikmeter kann daher etwa doppelt so viel Holz enthalten wie der Schüttraummeter, und liegt im Preis dementsprechend höher. Der Holzhändler liefert das bestellte Holz bis vor die Haustür, so dass der Kunde es nur noch an einem geeigneten Ort aufschichten muss. Eine Selbstabholung ist meist auch möglich, rechnet sich aber nur dann, wenn man über einen Anhänger verfügt.

Holz fällen mit einem Holzlos
Holzlose sind so genannte Flächenlose, also genau abgesteckte und definierte Flächen. Diese werden von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Forstamt definiert und zur Nutzung ausgeschrieben. Flächenlose sind vergleichsweise günstig und sehr begehrt, daher auch sehr schwer zu bekommen. Auf der bezeichneten Fläche darf der Besitzer gegen die Entrichtung eines einmaligen Nutzungsbetrags in einem bestimmten Zeitraum alles an Holz fällen, sägen und abtransportieren, was er möchte. Zum Selbstschutz allzu eifriger Holzarbeiter wurde vor einigen Jahren der Motorsägenführerschein eingeführt. In einem Kurs wird der Umgang mit der Motorsäge vermittelt und über die richtige Schutzkleidung informiert. Ohe Teilnahmebescheinigung an einem Motorsägenkurs kann man mittlerweile kein Holzlos mehr erwerben.

Meterholz kaufen vom Förster
Städtische Forstbetriebe bieten so genanntes Meterholz an. Dabei handelt es sich um riesige Holzstapel, wie sie häufig entlang Spazierwegen aufgebaut werden. Der interessierte Käufer kann sich mit dem Forstamt in Verbindung setzen und das bereits geschlagene Holz meterweise erwerben. Für die anschließende Konfektionierung und Lagerung bleibt er jedoch selbst verantwortlich. Die Transportmodalitäten werden bei Vertragsabschluss festgelegt, eine Lieferung ist in den meisten Fällen gegen einen Aufpreis möglich.

Unkonventionelle Holzquellen
Findige Brennholzbeschaffer gehen mit offenen Augen durch die Welt und entdecken so immer neue Quellen, bei denen sie sich mit Holz versorgen können. Anfragen bei Autobahnmeistereien, Gartenbaubetrieben, Gartenbauämtern oder Gartenbauvereinen können mit etwas Glück von Erfolg gekrönt sein. Zuverlässige Lieferanten sind diese Ansprechpartner jedoch nicht, häufig erntet man auch schlichtes Unverständnis. Auch in Schreinereien, beim Bodenverleger oder bei anderen Holz verarbeitenden Betrieben kann man nach Holzresten fragen. Hatte man mit solchen Anfragen vor einigen Jahren meist noch Glück, so reagieren viele Betriebe inzwischen genervt auf Schnäppchenjäger. Die steigenden Heizölpreise hat die Zahl der Nachfragen empfindlich erhöht.

Holz aus dem Baugewerbe
Wer Kontakte zum Baugewerbe hat, der kann zum Beispiel bei der Baustellenaufsicht nachfragen, wenn eine Baustelle aufgelöst wird. Sehr häufig fällt dort in großen Mengen nahezu unbenutztes Holz an, das in Form von Balken als Absperrung diente. Manchmal ist es für die Bauträger kostengünstiger, das Holz zu verschenken als es weg zu transportieren.

Obstbaumschnitt
Obstbäume, vor allem Apfel- und Kirschbäume, wachsen sehr schnell und müssen regelmäßig nachgeschnitten werden. Nicht jeder Gartenbesitzer benötigt aber auch Brennholz. Ein Spaziergang durch die Obstwiesen und ein Gespräch mit den Gartenbesitzern kann hier zum gewünschten Erfolg führen.

Vorsicht vor Holzdieben
Die Preise für Brennholz sind in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Deshalb kommt es immer häufiger vor, dass Holzvorräte widerrechtlich entwendet werden. Konnte man den Holzstapel vor einigen Jahren noch unbesorgt an einer leicht zugänglichen Stelle errichten, so empfiehlt es sich mittlerweile, ihn blickgeschützt oder in einem dem Haus nahe gelegenen Teil des Gartens aufzustapeln.